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Fernseh Tipp: 05.03.2012 um 20.15 Uhr auf arte Film über Trierer Atomkraftgegener im Rahmen eines Themenabends

Rede von Elisabeth Quaré auf der Demo in Perl am 28.05 2011
(Kurze Vorstellung E.Q von MAUS eV)
Der Name Maus e.V. steht für Messen für aktiven Umweltschutz.
1988 haben wir uns zusammen mit der saarländischen Partnerorganisation LAUS gegründet (nach Atomkatastrophe Tschernobyl und Inbetriebnahme des AKW Cattenom).
· D.h. seit 23 Jahren spielen wir Mäuschen innerhalb der 5 km Zone um das AKW Cattenom und messen die radioaktive Gammastrahlung in der Luft.
· Als MAUS können wir nicht sagen, was die EDF in Cattenom an radioaktiver Brühe in die Mosel leitet,
· aber wir können durch unsere pure Anwesenheit verhindern, dass die EDF in Cattenom mal einfach so größere Mengen Radioaktivität in die Luft freisetzt.
Wie wichtig unabhängige Messungen sind, sieht man ja mal wieder in Japan:
Es waren GREENPEACE Messtrupps (mit denen wir uns natürlich nicht vergleichen können), die auf die enorme Belastung in Dörfern weit außerhalb der 20 km Zone um das AKW Fukushima Daiichi hingewiesen haben und auf verseuchte Fische und Meeresfrüchte - dort, wo jetzt permanent verseuchtes Wasser in Meer läuft.
Aktuell heute gibt die japanische Regierung zu, dass auch sie auf dem Meeresboden innerhalb 50 km x 300 km vor Fukushimas Küste Radioaktivitätswerte, die 100mal über dem Grenzwert liegen, gemessen hat.
RADIOAKTIVITÄT hält sich nicht an Zonen, an Grenzen oder an Grenzwerte! Das ist uns gerade hier in Perl schmerzlich bewusst!
Dort wo radioaktive Verseuchung aufgrund von Kernspaltung einmal ist, bleibt sie für 100000 und mehr Jahre, geht in den Naturkreislauf, ins Trinkwasser in die Nahrungskette.
Und weil es deswegen unverantwortlich ist, Atomkraftwerke zu betreiben,
ist Geschichte der Atomenergie eine Geschichte von Lügen, Vertuschung und Verharmlosung!
Nehmen wir den Betreiber des AKW Fukushima, TEPCO.
Tepco (an dem auch der französische Atomkonzern AREVA eine Beteiligung hält) ist der größte Energieproduzent Japans und hat das Monopol im Großraum Tokio.
Im Jahre 2002 flog auf, dass Tepco „16 Jahre lang Unfälle nicht gemeldet, Reparaturen verzögert, aber fleißig Berichte gefälscht hatte.“ (Wikipedia)
Glaubt hier irgendjemand, dass das bei EDF, RWE, EON, Vattenfall usw anders ist?
Nur 10 Tage vor dem Erdbeben am 10. März, hat es wieder einen Mängelbericht der NISA(jap. Atomsicherheitsbehörde) zu Fukushima Daiichi gegeben, nach dem Erdbeben kam raus, dass 33 Kühlpumpen, Ventile und Dieselgeneratoren seit 11 Jahren nicht richtig kontrolliert worden waren. (Wikipedia)
Beim Supergau in Fukushima war das Tepco Management vollkommen hilflos, die Regierung musste eingreifen.
Aber Desinformation und Lügen ging weiter!
Tepco wusste von Anfang an, dass bereits durch das Erdbeben das Kühlsystem beschädigt und Kühlwasser weggelaufen war, so dass in 3 Reaktoren die Kernschmelze einsetzte. Aber erst diese Woche, 2 Monate nach der Katastrophe wird diese Tatsache zugegeben!
Und wie ist die Situation im AKW Fukushima jetzt?
Dort ist ein einziges Desaster!
Entgegen allen Scheinerfolgsmeldungen von Tepco, ist dort
nichts repariert, nicht erreicht, nichts gesichert!
Die bedauernswerten japanischen Liquidatoren kühlen die 4 Atomruinen notdürftig, damit das radioaktive Inventar nicht wieder überhitzt und vollständig in die Luft geschleudert wird. Dafür läuft ständig kontaminiertes Wasser ins Erdreich und in den Ozean. Und jetzt droht ein Taifun, der radiaktive Partikel großräumig verteilen könnte!
Tepcos „Zeitplan“ ist nur eine Propagandafarce. Nach der Kernschmelze 1979 im US-Reaktor Three Mile Island in Harrisburgh dauerte es 5 Jahre bis die Techniker überhaupt den Reaktorkern öffnen konnten. Insgesamt brauchten sie für die Aufräumarbeiten fast 14 Jahre, bei Kosten von 1 Milliarde Dollar.
(anti-atom aktuell Nr.216 nach www.spiegel.de vom 18.05.2011)
Und was ist mit Tepco selbst?
Tepco ist pleite, müsste eigentlich in die Insolvenz gehen!
Der Konzern kann noch nicht einmal die vorgesehenen 8600 € Entschädigung pro evakuierter Familie bezahlen.
8600 € für Menschen, die alles verloren haben!
Und was passiert jetzt?
Der Staat springt ein und hält den Konzern mit Milliardenzahlungen am Leben, denn „Tepco is to big to fail“ - zu groß, um zu scheitern.
Das heißt, die japanische Bevölkerung muss nicht nur die gesundheitlichen und wirtschaftlichen Folgen der Katastrophe ertragen, mit ihrem Steuergeld wird auch noch der dafür verantwortliche Konzern gestützt.
Bei uns wäre das genauso!
Die großen Stromkonzerne nutzen ihre Marktmacht für ihren privaten Profit. Ein von ihnen verursachter Gau hingegen, so Bundesumweltminister Röttgen, „wäre eine gesellschaftliche Aufgabe“.
Das sehen wir anders!!! Wir halten es mit dem Verursacherprinzip.
Die Stromkonzerne sollen für ihren Atommüll zahlen, also kein Aussetzen der Brennelementesteuer!
Außerdem müssen Atomkonzerne in die Haftung genommen werden. Wenn die Regierung tatsächlich einen Weiterbetrieb von Atomkraftwerken bis 2022 beschließt, dann ist die Haftungskampagne von ausgestrahlt das Gebot der Stunde.
Jedes Auto, jede Solaranlage und jedes Windrad sind gegen die Schäden, die sie möglicherweise anrichten, versichert.
Nur ausgerechnet Atomkraftwerke nicht!
Denn keine Versicherungsgesellschaft will dieses Risiko übernehmen!
Deswegen fordern wir:
Nur die AKW bekommen eine Restlaufzeit, für die der Betreiber eine Versicherung findet, die bereit ist, die Schäden eines SuperGAU abzusichern.
Sammelt Unterschriften, lasst euch die Unterschriftenlisten kostenlos von ausgestrahlt zuschicken. Bringen wir die Atomindustrie über die Haftungsfrage zu Fall!
Um es mit Jochen Stay von ausgestrahlt zu sagen:
„Lasst doch die Versicherungswirtschaft über den Weiterbetrieb der Atomkraftwerke entscheiden, dann klärt sich sehr schnell, was verantwortbar ist und was nicht.“
Dann sind schnell alle AKWs abgeschaltet und wir können unseren französischen Nachbarn, die sich in der atomaren Geiselhaft der EDF befinden, obwohl das Land mit natürlichen Resourcen – Sonne, Wind, Wasser im Gebirge, Gezeiten – geradezu gesegnet ist, demonstrieren, wie eine Volkswirtschaft aufblüht, wenn endlich das Potential der erneuerbaren Energien in Verbindung mit Kraft-Wärmekopplung und übergangsweise Gas-Kraftwerken dezentral und intelligent vernetzt ausgeschöpft wird.
Allerdings muss die grenzüberschreitende Haftungsfrage betreffend das AKW Cattenom dringend geklärt werden.
Und alle hier anwesenden Politiker sind aufgefordert, sich in Deutschland und der EU für die grundlegende Reform des Euratomvertrags einzusetzen, der seit den 50ger Jahren die Mitglieder auf Forschungsförderung und Entwicklung der Rahmenbedingungen für Atomenergie verpflichtet.
Abschaltung aller Atomanlagen!
Atomkonzerne in die Haftung nehmen!
Schluss mit dem EURATOM-Vertrag!
Die Energiewende ist wirtschaftlicher und billiger!



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